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Stationen der Entwicklung des Neunkircher Eisenwerkes von den Anfängen bis zur
Fusion mit der Stahlwerke Röchling-Burbach GmbH im Jahre 1982 |
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1593 |
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Den ersten Hinweis auf das Bestehen einer Eisenhütte in Neunkirchen liefert eine dort
hergestellte Ofenplatte. Die Hütte wird von herrschaftswegen betrieben, d. h. von oder für den Grafen Ludwig II. von
Nassau-Ottweiler. Die Facharbeiter stammen alle aus der Eifel, Südbelgien, dem Gebiet um
Metz-Diedenhofen und dem Hunsrück. |
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1597 |
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Erste urkundliche Erwähnung eines Eisenwerkes in Neunkirchen. |
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ab 1605 |
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Verschiedene Pächter treten auf, u. a. Robert Maupassant und Nicolas Unbehendt. |
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1610 |
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Schmiedeeisen und Gußstahl aus Neunkirchen sind bereits weithin berühmt.
Als erste Hütte im Saarland verwendet Neunkirchen lothringisches Erz, die Minette. |
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1618 |
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Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges. |
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1635 |
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Völlige Zerstörung des Dorfes Neunkirchen und der Eisenhütte durch spanische und lothringische Truppen. |
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1652 |
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Wiederaufbau durch Graf Johann Ludwig von Nassau-Ottweiler und Verpachtung an Peter Surmond und Heinrich Beucher. |
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1658 |
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Die beiden Pächter bitten auf Grund der hohen Löhne um Auflösung des Vertrages.
Fortführung der Eisenhütte durch das Grafenhaus Ludwig. |
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1669 |
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Peter Pastert tritt als neuer Pächter auf. |
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1675 |
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Herrschaft sieht sich gezwungen, Hütte wieder selbst zu betreiben. Man muß jedoch weiterhin Verluste hinnehmen. |
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Mai 1683 |
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In einem Brief der Gräfinnenwitwe Eleonore Clara von Nassau-Saarbrücken heißt es, die "Eisenhütte sei ruiniert". |
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1686 |
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Remaclus-Renard-Joseph de Hauzeur, ein Wallone, löst das Lohnproblem: Er bringt viele Arbeiter aus seiner Heimat mit und verleiht der Hütte neuen Schwung. |
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1696 |
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De Hauzeur siedelt mit den meisten seiner Arbeiter nach Züsch bei Hermeskeil um.
Die Hütte wird wieder von Graf Friedrich Ludwig in Eigenregie geführt. |
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24.06.1703 |
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Die Nachfolge treten Hans Georg Koch, Handelsmann aus Zweibrücken, und sein Partner Grégoire Jacques, früherer Hüttenmeister aus Neunkirchen, an.
Sie zahlen 450 Gulden Pacht im Jahr an das Fürstenhaus Nassau-Saarbrücken und erhalten für die Herrschaft Ottweiler ein Eisenmonopol: Die Einfuhr fremden Eisens wird verboten. |
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1728 |
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In einem Bericht an die Fürstin Charlotte-Amalie von Nassau-Saarbrücken wird die Hütte als die konsiderabelste auf dem linken Rheinufer bezeichnet. |
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1744 |
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Errichtung eines zweiten Hammers. |
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29.08.1748 |
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Thomas von Stockum aus Frankfurt am Main übernimmt mit seinen Söhnen für 3.500 Gulden Pacht pro Jahr die Neunkircher Hütte.
Die Anlage umfaßt eine Schmelz mit einem Hochofen und zwei alten Gebläsen, einen Großhammer mit zwei Frischfeuern, ein Schmiedefeuer und drei Paar Blasebälge, einen kleinen Hammer mit Doppelgebläse, ein Stahlwerk, das nach dem Frischfeuerverfahren arbeitet, sowie ein Erzmahlwerk und eine Erzwäsche.
Der Hochofen liefert in 24 Stunden eine Tonne Roheisen. |
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11.07.1749 |
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Fürst Wilhelm Heinrich von Nassau-Saarbrücken genehmigt den Bau einer zweiten Schmelz, am Hasselbachweiher, im Sinnerthal. |
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1752 |
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Errichtung der sogenannten oberen Schmelz. Die zur Betreibung notwendigen Arbeiter läßt man aus Württemberg kommen.
Die Schmelz umfaßt einen Ofen mit zwei großen Bälgen, eine Sandgießerei, ein Formhaus sowie eine Erzwäsche. |
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28.02.1762 |
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Verlängerung der Stockum-Pacht um sechs Jahre. |
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1770 |
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Johann Wolfgang von Goethe reist als Student an die Saar und besucht u.a. die Neunkircher Hütte. |
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20.08.1782 |
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Fürst Ludwig von Nassau-Saarbrücken verpachtet die Hütte zunächst an die französische Société fermière Le Clere, Joly et Comp.. |
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1792 - 1794 |
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Als Folge der Französischen Revolution von 1789 stoßen Truppen bis zum Rhein vor. |
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1793 |
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Französische Truppen besetzen das ehemalige Fürstentum Nassau-Saarbrücken und lösen die Regierung auf. Das Gebiet wird an Frankreich angegliedert.
Die französische Regierung betrachtet alle Besitzungen auf dem Gebiet als Staatseigentum. Die Eisenhütten werden den jeweiligen Distrikten unterstellt. |
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ab 1797 |
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Die Hütte wechselt mehrfach den Besitzer: Zunächst Verpachtung an die Firma Equer auf neun Jahre, dann Verkauf an C. F. Maes, der sie wiederum an Antoine Grégoire Michel aus Paris verkauft. |
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1798 |
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Errichtung eines Saar-Departements. |
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09.03.1801 |
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Friede von Lunéville: Loslösung des gesamten linksrheinischen Gebietes und Angliederung an die französische Republik.
Das Saar-Departement wird in vier Verwaltungsbezirke, Arrondissements, mit 34 Kantonen eingeteilt. |
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21.03.1806 |
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Erwerb der Neunkircher Hütte durch die Brüder Stumm (Johann Friedrich, Friedrich Philipp und Christian Philipp), die Gründer derGebrüder Stumm OHG. Die Bezahlung erfolgt in drei Stufen zu je einem Drittel des Kaufpreises, am 21. April, 23. Juni und letztlich am 29. September.
Das Werk umfaßt zu diesem Zeitpunkt folgende Anlagen:
Zwei Schmelze mit zwei Hochöfen und Gebläsevorrichtungen
Zwei große und einen kleinen Hammer
Eine Schlackenpoche
Zwei Erzwäschen
Zwei Formhäuser
Eine Sandgießerei
Zwei Kohlenscheuern
Die Produktpalette reicht von Reckeisen, Wagenachsen, eisernen Reifen bis hin zu Gußwaren wie Öfen und Geschirr.
Die Hütte besitzt das Recht auf alles Eisenerz der Herrschaft Ottweiler und beschäftigt rund 200 Arbeiter (Hüttenarbeiter, Erzgräber, Köhler und Holzarbeiter).
Die Gebrüder Stumm erwerben zur gleichen Zeit sowohl die Halberger als auch die Fischbacher Hütte. |
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1814/15 |
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Im Zuge des Pariser Friedens und der staatlichen Neuregelung auf dem Wiener Kongreß fällt der größte Teil des heutigen Saarlandes an die preußische Rheinprovinz.
Die wirtschaftlichen Folgen für die saarländischen Hüttenbetriebe sind schwerwiegend: Der große Absatzmarkt Frankreich bleibt ihnen auf Grund hoher Zölle verschlossen. |
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31.12.1817 |
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Die Stumm OHG übernimmt 40 % der Anteile an der Kupfer-, Schwarz- und Weißblechfabrik zu Dillingen.
Dillingen verpflichtet sich, den Stumm'schen Unternehmen beim Kauf von Eisen Vorrang einzuräumen. Die Gebrüder Stumm verzichten im Gegenzug auf die Blechproduktion in ihren Werken. |
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1828 |
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Die Stumm OHG erwirbt die Geislauterner Hütte und bringt sie in die Dillinger Hütte ein, die im Anschluß daran ihr Aktienkapital erhöht.
Die Gebrüder Stumm werden damit zu Hauptaktionären der Dillinger Hütte. Sie besitzen 60 % des Aktienkapitals. |
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1833 |
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Karl Friedrich Stumm nimmt das erste saarländische Puddelwerk in Betrieb. Steinkohle löst Holz als wichtigsten Brennstoff bei der Verhüttung ab.
Inbetriebnahme des ersten Walzwerkes im Saargebiet. Der Betrieb erfolgt nach wie vor mit Wasserkraft, so daß die Erzeugung zunächst auf Feineisen und Draht beschränkt bleibt. |
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ab 1835 |
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Karl Friedrich Stumm übernimmt im Oktober 1835 die alleinige Leitung des Werkes und baut in der Folgezeit die Hütte aus bzw. modernisiert verschiedene Anlagen:
Aufstellen der ersten Dampfmaschine
Inbetriebnahme moderner, mit Dampfkraft betriebener, stärkerer Walzen
Umstellen der Hochöfen auf Koksfeuerung
Puddel- und Schweißöfen werden ausschließlich mit Steinkohle beheizt
Die Produktionspalette erweitert sich um Mittel- und Grobeisen, Flach-, Rund- und Vierkanteisen. |
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1845 |
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Anlaufen der ersten Walzenstraße im Saargebiet für die Herstellung eiserner Eisenbahnschienen. Damit setzt die Massenproduktion ein, die auf lange Zeit die Existenz des Werkes sichern sollte. |
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1846 |
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Auf den neu erworbenen Erzfeldern an der Lahn beginnt man mit der Förderung. |
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24.02.1848 |
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Freitod Karl Friedrich Stumms.
Sein Schwager, Karl August Bernhard Böcking, wird Vormund der minderjährigen Söhne Karl Friedrichs und übernimmt als solcher die Firmenleitung. |
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ab 1848 |
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Kontinuierliche Stärkung und Konsolidierung der Ertragskraft stehen im Vordergrund der Arbeit Karl Böckings.
Errichtung eines neuen Puddelwerkes bis 1854. |
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01.04.1858 |
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Karl Ferdinand Stumm tritt in die Firma ein und übernimmt gemeinsam mit Karl Böcking die Firmenleitung. |
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1861 - 1864 |
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Die Neunkircher Hütte produziert in diesen Jahren rund 33 % des deutschen Jahresverbrauches an Roheisen: 26.000 t. |
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1866 |
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Ein neues Walzwerk nimmt seine Produktion auf, die alten Walzenstraßen erfahren eine Modernisierung.
Die Zahl der Puddelöfen hat sich auf 39 erhöht. Sie bestimmen die Leistungsfähigkeit der Walzwerke. |
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1870 - 1872 |
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Bau einer betriebseigenen Koksofenanlage. |
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Herbst 1871 |
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Karl Böcking tritt als Werksleiter ab und überläßt die Aufgabe nun allein dem im Jahre 1858 in die Firma eingetretenen Karl Ferdinand Stumm.
Karl Ferdinand Stumm erweist sich neben seiner unternehmerischen Tätigkeit auch politisch als ein äußerst aktiver Mann. U.a. ist er Abgeordneter im Reichstag des Norddeutschen Bundes und nimmt als Landwehroffizier zunächst am Krieg 1870/71 sowie später an den Friedensverhandlungen in Frankfurt teil. |
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ab 1876 |
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Ausbau und Modernisierung der Produktionsanlagen, u.a.:
Inbetriebnahme einer neuen Walzenstraße für Träger, Schwellen und breite Universaleisen
Errichtung neuer Koksofenanlagen mit 192 Öfen
Puddelwerk und Walzbetriebe werden miteinander verbunden
Daneben Stillegung der Oberschmelz und Kauf von Erzfeldern in Luxemburg und Lothringen. |
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Ende 1881 |
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In Neunkirchen wird erstmals Thomasstahl erblasen. |
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ab 1882 |
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Weitere Investitionen erforderlich: Neunkirchen soll das Universalwerk für jedes Walzwerkserzeugnis werden:
Neue Walzenstraße nimmt den Betrieb auf: Herstellung von Stahlschienen, Schwellen und schweren Trägern.
Neues Fertigwalzwerk mit zwei Triostraßen dient zur Herstellung von Baueisen, Schienen, Knüppeln, Platinen, Trägern und Eisenbahnschwellen. |
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1885 |
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Umrüstung des Thomasstahlwerkes, u.a. Einbau auswechselbarer Konverter.
Errichtung von vier neuen Winderhitzern nach Cowper. |
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1885/86 |
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Die Investitionen zahlen sich aus: Neunkircher Walzerzeugnisse werden auf den Weltausstellungen in Antwerpen bzw. Chicago ausgezeichnet. |
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1886 |
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Ein neues Drahtstahlwalzwerk nimmt seine Produktion auf. |
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1887/88 |
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Bau und Inbetriebnahme eines Blockwalzwerkes direkt neben dem Stahlwerk. |
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01.04.1888 |
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Die "Gebrüder Stumm OHG" wird in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt:
Gebrüder Stumm KG.
Der persönlich haftende Gesellschafter ist Karl Ferdinand Stumm. |
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1888 |
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Karl Ferdinand Stumm, auch König Stumm genannt, wird von Kaiser Wilhelm II. in den erblichen Freiherrnstand erhoben und erhält das Recht seinem Namen den Zusatz -Halberg anzufügen. |
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1890 |
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Der Ausbau des Werkes schreitet rasch voran:
Die Roheisenerzeugung beläuft sich auf 112.000 t im Jahr. Sie übersteigt die Produktion von 1878 damit um das Dreifache
Die Zahl der Hüttenarbeiter steigt innerhalb von 12 Jahren von 2.000 auf über 6.000 an
Bau eines Hochofenwerkes in Ueckingen, bei Diedenhofen, nahe der firmeneigenen Erzfelder in Lothringen. Ausbau in den kommenden acht Jahren. Insgesamt werden fünf Hochöfen im Laufe dieser Zeit errichtet. |
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1892 |
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Kaiser Wilhelm II. besucht das neugotische Schloß der Familie Stumm auf dem Halberg sowie die Neunkircher Hütte. |
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1900 |
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Neunkirchen produziert 289.000 t Roheisen im Jahr, doppelt so viel wie im Jahr 1888. Die Belegschaft hat sich jedoch nur um etwa ein Drittel erhöht. |
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08.03.1901 |
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Todestag Karl Ferdinands Freiherr von Stumm-Halberg. Sein Tod bringt einige Veränderungen in der Unternehmensführung mit sich, da Karl Ferdinand keinen männlichen Erben hinterläßt. |
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04.04.1901 |
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Theodor Zilliken und Fritz Horn, ehemalige Generaldirektoren der Firma, treten als persönlich haftende Gesellschafter in die Firma ein und übernehmen die kaufmännische bzw. technische Leitung des Unternehmens. |
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1901 |
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Kauf der Grube Achenbach bei Dortmund, um das Werk in Ueckingen nicht von einer fremden Kohlenquelle abhängig zu machen. |
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1901/02 |
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Errichtung von zwei neuen Hochöfen, mit einer Tagesleistung von jeweils 130 t. |
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31.03.1903 |
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Umwandlung der Firma in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung: Gebrüder Stumm GmbH.
An die Spitze des Aufsichtsrates tritt der Bruder Karl Ferdinands, Freiherr Ferdinand von Stumm. Die Herren Zilliken und Horn leiten das Unternehmen. |
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01.09.1904 |
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Fritz Horn scheidet aus dem Unternehmen aus. Theodor Zilliken obliegt nun alleine die Firmenleitung. |
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1905 |
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Die Jahresgesamtproduktion an Roheisen in den Werken Neunkirchen und Ueckingen beträgt 393.000 t.
Das Werk in Neunkirchen beschäftigt insgesamt 4.491 Hüttenleute. |
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ab 1910 |
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Grundlegende Modernisierung des Walzwerkes. Maßnahmen:
Neue Wärmeöfen
Elektrische Antriebe
Erhöhte Einsatzgewichte und damit größere Walzlängen
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August 1914 |
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Ausbruch des Ersten Weltkrieges: Ein Großteil der Arbeiter wird zum Heeresdienst einberufen.
Umstellen der Produktion auf Rüstungsmaterialien.
Frauen, und vor allem russische Gefangene, ersetzen zum Teil die fehlenden Arbeiter. |
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1916 - 1919 |
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Errichtung eines Siemens-Martin-Stahlwerkes (SM-Stahlwerk) mit 35-t-Öfen. |
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1918/19 |
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Die Folgen des Krieges sind nicht unerheblich:
Die lothringischen Erzgruben kommen unter französische Zwangsverwaltung (1919)
Saarland steht unter Oberaufsicht des Völkerbundes. Einsetzen einer Saarregierung. Großer Einfluß Frankreichs dennoch spürbar: Gendarmerie und Militär werden nicht abgezogen (bis 1935)
Deutschland, der Hauptabnehmer der Saarhütten, stellt jetzt Zollausland dar
Die Roheisenerzeugung sinkt 1919 von 18.000 t/Monat zu Jahresbeginn auf 3.000 t/Monat am Jahresende
Zeitweiser Stillstand der Anlagen
Entlassungen werden durchgeführt
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Dezember 1919 |
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Ferdinand von Stumm legt gleichzeitig den Vorsitz im Aufsichtsrat nieder und zieht sich aus dem Unternehmen zurück.
Zwangsversteigerung des Hochofenwerkes Ueckingen und des Erzbesitzes in Lothringen am 31. des Monats. Die französische Gruppe "S.A. des Forges et Aciéres de Nord et Lorraine" wird neuer Eigentümer. |
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14.04.1920 |
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Verkauf von 60 % der Anteile am Neunkircher Werk an die Gruppe Nord et Lorraine.
Gründung der Neunkircher Eisenwerk AG vormals Gebrüder Stumm. |
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1926 |
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Die französischen Aktionäre verkaufen rund 66 % ihrer Anteile, d.h. 40 % des gesamten Aktienkapitals, an die Eisen- und Hüttenwerke AG aus Köln, die sich im Besitz von Otto Wolff befindet. |
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ab 1926 |
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Der neue Aktionär realisiert ein Modernisierungsprogramm mit einem Investitionsvolumen von rund 50 Millionen Reichsmark:
Vergrößerung der Hochöfen
Errichtung eines zusätzlichen Hochofens mit einem Gestelldurchmesser von 5,20 m und einer Tagesleistung von 400 t
Bau einer neuen Erzaufbereitungsanlage sowie zweier Hochleistungskoksbatterien
Installation neuer Walzenstraßen
Intensivierung der Nebenproduktverwertung (Teer, Ammoniak, Benzol)
Rationalisierung der Transportanlagen und der Wärmewirtschaft
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10.02.1933 |
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Schwere Unfallkatastrophe: Ein Zündfunke verursacht bei Reparaturarbeiten die Explosion des nahe der Kokerei stehenden über 70 m hohen Gasometers: 65 Todesfälle sind zu beklagen, über 90 Verletzte werden gezählt, 170 Wohnungen sind zerstört und über 700 Bewohner werden auf einen Schlag obdachlos. Auf Grund der Katastrophe erfolgt die rasche Realisierung des bereits geplanten Wohnungsbauprojekts Rote-Kreuz-Siedlung am Steinwald. |
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1935 - 1941 |
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Umfangreiche Modernisierungen werden durchgeführt. Insgesamt werden 45,5 Millionen Reichsmark investiert:
Abriß der Hochöfen I und II und Neubau von zwei größeren und leistungsfähigeren Öfen
Erhöhung der Kapazität der S-M-Öfen
Inbetriebnahme einer der ersten deutschen Breitbandstraßen
(bis 800 mm)
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01.09.1939 |
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Ausbruch des Zweiten Weltkrieges: Die Stadt wird überfüllt mit Militärs, Westwall-Arbeitern und Evakuierten.
Der Betrieb der Hütte kann fortgeführt werden, da Frauen die einberufenen Männer ersetzen. |
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bis 1945 |
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Das Werk wird insgesamt zehnmal zum Ziel schwerer Bombenangriffe.
Am 30.11.1944 fallen allein 1.285 t Bomben auf die Hütte. Die Produktion kommt völlig zum Erliegen, das Werk liegt in Trümmern. |
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21.03.1945 |
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Amerikanische Truppen besetzen das Werk. |
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Juni 1945 |
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Das Saarland wird französische Besatzungszone.
Das Neunkircher Eisenwerk wird unter Sequesterverwaltung gestellt.
Energie- und Materialmangel verhindern einen raschen Wiederaufbau der zerstörten Anlagen. |
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08.03.1946 |
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Das Hüttenkraftwerk wird wieder in Betrieb genommen. |
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28.02.1947 |
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Die ersten 40 Öfen der Kokerei werden gezündet. |
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1949 |
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Beginn mit dem Wiederaufbau des eigentlichen Hüttenbetriebes nach Freigabe von Mitteln aus dem Marshall-Plan.
Im März nimmt das SM-Stahlwerk die Arbeit wieder auf.
Am 01.07.1949 übernimmt Generaldirektor Georges Thédrel die Sequesterverwaltung. |
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15/16.07.1950 |
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Im Rahmen einer groß angelegten Feier werden am 15.07. die ersten beiden Hochöfen (III + IV) entzündet. Einen Tag später werden beide Öfen angeblasen und damit in Betrieb genommen.
Die Roheisenerzeugung beträgt in diesem Jahr beachtliche 158.952 t. |
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1953 |
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Die Roheisenerzeugung erreicht mit 693.307 t ihren bis dahin höchsten Stand. |
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23.10.1955 |
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Saarreferendum: 67,7 % entscheiden sich gegen das Saarstatut.
Daraufhin wird die Sequesterverwaltung aufgehoben. Die Vorkriegsbesitzer Otto Wolff und Gebrüder Stumm erhalten mit je 50 % ihr Eigentum zurück. |
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1958 |
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Errichtung einer neuen Blockstraße. |
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1961 |
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Das Neunkircher Eisenwerk produziert in diesem Jahr 900.000 t Rohstahl. Die Zahl der Beschäftigten beläuft sich auf 9.500. |
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1962 - 1967 |
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Durchführung notwendiger Modernisierungen:
Bau einer vollkontinuierlichen Morgan-Drahtstraße Eine neue Möllervorbereitung und eine Bandbegichtung für die Hochöfen bewirken
eine wirtschaftlichere Roheisenerzeugung
Insgesamt werden bis 1967 über 280 Millionen Mark in die Hütte investiert. |
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1970 |
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Bau eines Scheibengasbehälters von 80.000 m3 Nenninhalt bei einem Durchmesser von 41 m und einer Höhe von 68 m. |
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1972 |
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Inbetriebnahme einer neuen Feinstahlstraße, eine der modernsten ihrer Zeit. |
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1974 |
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Erzeugt werden 1,07 Millionen Tonnen Roheisen, 1,29 Millionen Tonnen Rohstahl und 1,05 Millionen Tonnen Walzwerkfertigerzeugnisse.
Die Zahl der Beschäftigten beträgt zu Beginn des Jahres 1975 rund 8.800. |
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08.08.1976 |
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Inbetriebnahme eines Oxygen-Boden-Maxhütte-Stahlwerkes (OBM-Stahlwerkes). Drei OBM-Konverter übernehmen die Produktion von sechs Thomaskonvertern und drei S-M-Öfen. Die Zeit des Thomasstahls ist zu Ende.
Insgesamt wurden in Neunkirchen rund 37 Millionen t dieses Stahls erzeugt. |
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1977 |
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Ein schweres Jahr: Die europäische Stahlproduktion sinkt um 19 %.
Die Neunkircher Hütte ist zudem vom Konkurs des Stumm-Konzerns betroffen. Die zur Otto-Wolff-Gruppe gehörende "Eisen- und Hüttenwerke AG" nutzt ihre Option auf den Stumm-Anteil von 50 % der Aktien am Neunkircher Eisenwerk nicht. Mitte des Jahres erwirbt die zur MABANAFT-Gruppe, damals die größte freie Ölhandelsgesellschaft in Europa, gehörende Marquard und Bahls GmbH & Co. die Stumm AG.
Alle saarländischen Hüttenwerke sind von der Krise betroffen. Die Notwendigkeit eines Restrukturierungskonzeptes tritt immer deutlicher hervor. |
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März 1978 |
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Die ARBED Luxemburg übernimmt von den beiden Anteilseignern der Neunkircher Eisenwerk AG", der Eisen- und Hüttenwerke AG und der Stumm AG, je 48,5 % der Anteile.
Die restlichen 3 % verbleiben je zur Hälfte bei den ursprünglichen Besitzern. |
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18.12.1978 |
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Verabschiedung eines Restrukturierungsprogramms durch die Geschäftsleitungen der Stahlwerke Röchling-Burbach GmbH und der Neunkircher Eisenwerk AG" unter Mitwirkung von Bund, Land und Gewerkschaften. U.a. werden folgende Maßnahmen beschlossen:
Übernahme der Anteile der Industrieverwaltung Röchling an der Stahlwerke Röchling- Burbach GmbH durch ARBED S.A. bis auf einen Rest von 2,1 %. ARBED S.A. wird damit
praktisch Alleingesellschafter Übertragung des 97 %igen ARBED-Anteils an der Neunkircher Eisenwerk AG auf die Stahlwerke Röchling-Burbach GmbH. Das Neunkircher Eisenwerk wird damit eine
Tochtergesellschaft von Röchling-Burbach, bleibt aber ein rechtlich selbständiges
Unternehmen Übertragung der 32,4 %igen Beteiligung der Neunkircher Eisenwerk AG an der "AG der Dillinger Hüttenwerke" auf die Stahlwerke Röchling-Burbach GmbH
Stufenweiser Ersatz der OBM-Stahlwerke Völklingen und Neunkirchen sowie des SM- Stahlwerkes Völklingen durch ein neues Blasstahlwerk mit Stranggußanlagen in Völklingen bis zum Jahre 1982/83 bei gleichzeitiger Umstrukturierung in Richtung mehr Qualitäts- und Edelstähle
Konzentration der Walzfertigerzeugung auf die leistungsfähigen Walzenstraßen/Spezialproduktstraßen im Rahmen eines umfassenden Programmaustausches und einer Programmbereinigung zwischen allen ARBED- Unternehmen
Zwischen ARBED Luxemburg und die saarländischen Langproduktehersteller wird die ARBED-Finanz Deutschland GmbH (AFDG) geschaltet, die als 100 %ige ARBED-Tochtergesellschaft alle Anteile der zum ARBED-Konzern gehörenden und in der Bundesrepublik gelegenen Unternehmen hält. |
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1980 |
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Die europäische Stahlindustrie verzeichnet erhebliche Absatzeinbußen bei gleichzeitig gravierenden Erlösrückgängen. EG legt Produktionsquoten und Mindestpreise fest.
Das Neunkircher Eisenwerk stellt die Produktion von Röhrenstreifen im Nordwerk ein. |
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1981 |
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Weitere Einsparungs- und Produktionsbereinigungsmaßnahmen sind notwendig:
Am 31. Dezember erfolgt die Stillegung des Hochofens V
Die Fertigung von Torstahl wird stillgelegt
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27.02.1982 |
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Stillegung des Hochofens IV. |
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Mitte 1982 |
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Anpassung des Restrukturierungsprogramms aufgrund der sich verschlechternden Absatz- und Erlössituation. Fusion der Stahlwerke Röchling-Burbach GmbH mit der Neunkircher Eisenwerk AG zu ARBED-Saarstahl GmbH zum 01.07.1982.
Inbetriebnahme der zweiten Baustufe des neuen Blasstahlwerkes in Völklingen.
Stillegung der Flüssigphase in Neunkirchen am 29. Juli. Das Stahlwerk und die Straßen erster Hitze stellen am gleichen Tag die Produktion ein. Die Kokerei folgt am 31. des Monats. Die Feinstahlstraße und die Drahtstraße produzieren jedoch weiter.
Zwischenbilanz der Neuordnung:
Drei voll integrierte Hüttenwerke werden zu einem zusammengefaßt
Aus sieben Stahlwerken an drei Standorten werden zwei Stahlwerke an einem
Von ursprünglich 21 sind noch 8 Walzenstraßen in Betrieb
Kapazitätsabbau um fast 40 % |