Pressemitteilung Saarschmiede

Sozialplanverhandlungen bei der Saarschmiede: Sozialverträgliche Personalanpassung – Großteil der Mitarbeiter bleibt innerhalb des Saarstahl-Konzerns

04. Dezember 2017

Geschäftsführung und Arbeitnehmervertretung der Saarschmiede GmbH Freiformschmiede (Saarschmiede) haben sich auf eine Betriebsvereinbarung/einen Sozialplan zur Personalanpassung zum 1. Januar 2018 geeinigt. Hintergrund ist die Entscheidung vom Herbst, die Schmiede aufgrund mangelnder Auslastung hinsichtlich der Produktionskapazität und des Anlagenparks zu restrukturieren und, damit verbunden, die Personalstärke von 850 Mitarbeiter um etwa die Hälfte zu reduzieren.

„Wir haben vor den Verhandlungen angekündigt, die sozialen Belange unserer Belegschaft zu berücksichtigen. Das ist uns gelungen. Saarstahl hat alle Hebel in Bewegung gesetzt und ist seiner Verantwortung nachgekommen, so viele Mitarbeiter wie möglich im Saarstahl-Konzern zu halten“, erklärte Geschäftsführer Peter Schweda. Und weiter: „Es sollen betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden.“

Insgesamt können mehr Mitarbeiter als anfangs geplant konzernintern versetzt werden und erhalten somit eine neue, sichere Perspektive bei Saarstahl. Die aktuell über 300 freien Stellen ergeben sich durch ein freiwilliges Abfindungs­angebot für Mitarbeiter am gesamten Standort Völklingen, ein attraktives Altersteilzeitangebot sowie durch die anhaltend gute Konjunkturlage bei der Muttergesellschaft Saarstahl und dort angesichts der Situation bei der Schmiede vorsorglich frei gehaltene Stellen.

„Ich bin sehr froh, dass wir diese Mammutaufgabe so gut bewältigen konnten, wissend, dass Veränderungen für jeden Einzelnen immer Einschnitte bedeuten, mit denen man umgehen muss. Ich möchte mich bei den Personalabteilungen Saarschmiede und Saarstahl bedanken, die in vielen Sonderschichten die Fragen ihrer Kollegen beantwortet haben. Mein Dank gilt auch dem Betriebsrat, der hart, fair und konstruktiv verhandelt und die Beschlüsse mitgetragen hat“, erklärte Schweda abschließend.

Mit dem eingekürzten Produktportfolio und der reduzierten Belegschaft sind somit die Voraussetzungen geschaffen, in dem nach wie vor schwierigen Marktumfeld einen Neustart zu unternehmen.

Rückblick auf das allgemeine Marktumfeld und die Unternehmenssituation:

Die Schmiede wurde mit voller Wucht von den bis heute anhaltenden drastischen Folgen der Katastrophe von Fukushima und der im Nachgang eingeleiteten Energiewende getroffen. Der Energiemarkt hat sich weltweit völlig verändert, die Energiewende wurde in Deutschland im Eiltempo vorangetrieben.

Die Lage hat sich zudem durch die anhaltend niedrigen Gas- und Ölpreise verschlechtert. Investitionen vor allem auch in Kraftwerke auf Basis fossiler Brennstoffe mit einem hohen Wirkungsgrad und in so hochtechnische und effiziente Produkte wie sie die Schmiede herstellen kann (z. B. Hochleistungs­turbinenwellen, die einen maximalen Effizienzgrad bringen) wurden und werden verschoben oder ganz annulliert.

Alle bisher durchgeführten Maßnahmen des Unternehmens zur Neuausrichtung und zur Kostenreduzierung waren letztlich nicht ausreichend, um die Verlustsituation umzukehren. Seit Herbst 2016 fuhr das Unternehmen Kurzarbeit.

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