SHS steht für Nachhaltigkeit und Klimaschutz

Wir sind aktiv

27. April 2021

Die saarländische Stahlindustrie bekennt sich klar zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens und will qualitativ hochwertige Produkte auf nachhaltige Weise erzeugen. Wir stellen Ihnen die gute Bewertung unserer Nachhaltigkeitsstrategie durch CDP sowie unsere aktuellen Innovationsprojekte und Machbarkeitsstudien zur weiteren C02-Minderung vor.

Im vergangenen Jahr nahm die SHS - Stahl-Holding-Saar – mit Dillinger und Saarstahl – erstmals am Carbon Disclosure Project (CDP) teil, einem international anerkannten Rating, und konnte mit der Gesamtnote „A-“ ein sehr gutes Ergebnis erzielen. Saarstahl hatte bereits 2018 erfolgreich teilgenommen.

„Carbon Disclosure“ bedeutet streng übersetzt Offenlegung von Kohlenstoff. Ziel des Projekts ist es, sämtliche positive wie negative Einflüsse von Unternehmen, Städten und Regionen auf die Umwelt transparent zu machen. CDP ist eine internationale Non-Profit-Organisation, die von Akademikern und Wissenschaftlern aus den Bereichen Wirtschaft und Nachhaltigkeit ins Leben gerufen wurde. Sie erfasst einmal jährlich die von Unternehmen und Organisationen auf freiwilliger Basis zur Verfügung gestellten Daten sowie deren Angaben zur Klimastrategie und erstellt ein Nachhaltigkeitsranking.

CDP ordnet die SHS-Gruppe in die beste Bewertungsgruppe

„Climate Change Leadership“ ein. Dies erreichte nur ein Bruchteil der Firmen; besonders im Sektor „Metal smelting, refining & forming“ haben wir uns somit sehr gut positioniert. Vergleichbar schnitten Konkurrenten wie Tata Steel, ArcelorMittal, Kobe Steel und Nippon Steel ab. Bei unserer ersten Teilnahme als SHS ist unser Ergebnis nur unseren anfragenden Kunden zugänglich.

Machbarkeitsstudien für grünen Stahl

Die Verwendung von Wasserstoff in der Stahlproduktion ist ein Schlüsselfaktor für die CO2-Reduzierung. Gemeinsam mit mehreren Kooperationspartnern, die auf ihrem jeweiligen Tätigkeitsgebiet weltweit führend sind, hat die SHS - Stahl-Holding-Saar Machbarkeitsstudien gestartet, um den Einsatz von Wasserstoff in der Stahlherstellung weiter auszuloten.

Umwandlung von Eisenerzpellets in kohlenstoffarmen Eisenschwamm

Gegenstand der ersten Machbarkeitsstudie ist die Umwandlung von Eisenerzpellets unter Verwendung von grünem Wasserstoff in sogenanntes Hot Briquetted Iron (HBI), also in zu Briketts gepresstem Eisenschwamm. Projektpartner sind neben der SHS das international tätige Bergbauunternehmen Rio Tinto sowie das Engineering-Unternehmen Paul Wurth.

Die Partner werden die Studie in Kanada durchführen, da dort ein Zugang zu kostengünstiger Wasserkraft und die Nähe zu den wichtigen Märkten in Europa und Nordamerika gegeben sind. Dadurch, dass hochgradige Eisenerzpellets unter Verwendung von grünem Wasserstoff in den kohlenstoffarmen Eisenträger HBI umgewandelt und dann in einem Elektroofen eingeschmolzen werden, können die Kohlenstoffemissionen bei der Stahlherstellung erheblich reduziert werden. Die Machbarkeitsstudie soll Ende 2021 abgeschlossen sein.

DRI-Anlage auf Wasserstoffbasis

Bereits seit Anfang letzten Jahres arbeiten das globale Stahl- und Bergbauunternehmen Liberty Steel, Paul Wurth und die SHS an der Untersuchung der technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit eines wasserstoffbasierten Stahlwerks in industriellem Maßstab. Es wurde eine Absichtserklärung unterzeichnet, der zufolge die Entwicklung einer 2-Millionen-Tonnen-Anlage für direktreduziertes Eisen (DRI) mit eingebauter Wasserstoff-Elektrolyse mit einer Kapazität von 1 GW in Frankreich geprüft werden soll.

Einen weiteren Schritt auf dem Weg zum grünen Stahl unternehmen Dillinger und Saarstahl mit ihrem Innovationsprojekt „H2SYNgas“. Hierbei soll eine Technologie entwickelt werden, mit welcher ein aus den eigenen Prozessgasen erzeugtes Synthesegas mit Wasserstoff angereichert und dann als Reduktionsmittel im Hochofen eingesetzt wird – wodurch sich der Einsatz von Koks verringert und somit CO2-Emissionen vermieden werden.

„H2SYNgas“ ist ein Projekt, das gemeinsam mit anderen Projekten über- wiegend saarländischer Kooperationspartner beim Bundeswirtschaftsministerium zur IPCEI-Förderung eingereicht wurde.

Ziel der einzelnen Projekte ist es, im Verbund eine grenzübergreifende und perspektivisch grüne Wasserstoffwirtschaft im Saarland, in Frankreich und in Luxemburg aufzubauen. Beteiligt sind neben der SHS - Stahl-Holding-Saar das Energieunternehmen STEAG, der Anlagenbauer Siemens Energy, der Netzbetreiber Creos Deutschland und die Saarbahn.

(Stahlinform 1/2021)

SHS-Innovationsprojekt H2SYNgas: Teil einer grenzübergreifenden grünen Wasserstoffwirtschaft