30. Juni 2026

Gemeinsames Statement mit Outokumpu, SSAB und Salzgitter
Joint Statement by European Steel Leaders

Gemeinsame Erklärung führender Vertreter der europäischen Stahlindustrie

Stahlunternehmen für ETS1 und CBAM

Europäisches Parlament, 30. Juni 2026

Die europäische Stahlindustrie steht an einem entscheidenden Scheideweg. Die Investitionsentscheidungen, die jetzt getroffen werden, werden darüber entscheiden, ob Produktion, Arbeitsplätze und industrielle Wertschöpfung in Europa verankert bleiben oder in den kommenden Jahrzehnten an andere Standorte verlagert werden. In unseren Unternehmen investieren wir insgesamt mehr als 10 Milliarden Euro in emissionsarme Produktionsverfahren und die Modernisierung unserer Anlagen, um eine saubere industrielle Zukunft für Europa zu sichern. Um diese Anlagen zu sichern und weitere Investitionen zu ermöglichen,  benötigt Europa einen politischen Rahmen, der vorhersehbar, glaubwürdig und klar ist.

Im Zentrum dieser Glaubwürdigkeit steht das EU-Emissionshandelssystem. Das ETS1 bleibt der Eckpfeiler der europäischen Klimapolitik und ist ein wichtiger Motor für Investitionen, Innovation und Effizienz. Es liefert das marktbasierte CO₂-Preissignal, das die wirtschaftliche Grundlage für die Dekarbonisierung der Industrie bildet, und dieses Signal darf nicht geschwächt werden. Das bedeutet, das CO₂-Preissignal zu erhalten, indem der lineare Reduktionsfaktor bis mindestens 2035 bei 4,4 % beibehalten wird; danach ist der Kurs für 2035 – 2040-Pfad im Einklang mit dem Klimagesetz 2040 anzupassen, den CBAM-Faktor und den Auslaufpfad für kostenlose Zertifikate beizubehalten sowie zu verhindern, dass die Marktstabilitätsreserve genutzt wird, um das Angebot an Zertifikaten künstlich zu erhöhen.

Eine Schwächung des ETS1 würde die Wettbewerbsfähigkeit Europas nicht stärken. Im Gegenteil: Sie würde die Investitionssicherheit untergraben, Vorreiter benachteiligen und den industriellen Wandel verzögern, den Europa braucht. Der Hauptdruck auf die Wettbewerbsfähigkeit geht von hohen Stromkosten aus, die auf die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, Infrastrukturlücken und globale Überkapazitäten in der Stahlindustrie zurückzuführen sind – nicht von der CO₂-Bepreisung.

Selbstverständlich muss das ETS1 mit einem glaubwürdigen Schutz vor CO₂-Verlagerung einhergehen. Wenn von europäischen Produzenten erwartet wird, dass sie reale CO₂-Kosten tragen, müssen Importe mit gleichwertigen Kosten belegt werden. Das CBAM ist in seine operative Phase eingetreten und muss nun seine Wirkung unter Beweis stellen. Seine Glaubwürdigkeit und Wirksamkeit hängen davon ab, dass bestehende Schlupflöcher durch die Einbeziehung stahlintensiver nachgelagerter Produkte geschlossen, missbräuchliche Praktiken im Vorfeld verhindert und eine dauerhafte Lösung für den Export entwickelt werden. Ein starkes ETS1 in Verbindung mit einem robusten und vollständig umgesetzten CBAM kann die Wettbewerbsfähigkeit, Widerstandsfähigkeit und industrielle Erneuerung Europas stärken. Um diesen Übergang investitionsfähig zu machen, müssen die ETS1-Einnahmen wieder in die industrielle Dekarbonisierung fließen, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf den CBAM-Sektoren liegen muss.

Kurz gesagt: Europa hat bereits die strategische Entscheidung getroffen, Klimaschutzziele mit industrieller Stärke zu verbinden. Unsere Unternehmen haben sich dieser Ausrichtung angeschlossen und investieren entsprechend. Was jetzt benötigt wird, ist kein Kurswechsel, sondern ein klares Signal, dass Europa diesen Kurs beibehält und die für langfristige Industrieinvestitionen erforderliche Vorhersehbarkeit gewährleistet.

Wir fordern daher die EU-Institutionen nachdrücklich auf, die Integrität des ETS1 zu verteidigen, Maßnahmen zu vermeiden, die den CO₂-Preis künstlich drücken, und die rasche Stärkung des CBAM zu unterstützen.

Eine starke, emissionsarme und wettbewerbsfähige europäische Stahlindustrie ist nicht nur eine industrielle Priorität, sondern ein Eckpfeiler der Souveränität, Sicherheit und Widerstandsfähigkeit Europas.

 

Übersetzt mit KI

20200213041455-reinicke

Martin Reinicke
Leiter Presse- & Öffentlichkeitsarbeit

Tel.: +49 6898 102211
E-Mail

20190925100222-wernet

Juliane Wernet
Presse- & Öffentlichkeitsarbeit

Tel.: +49 6898 102234
E-Mail